Kurkuma: Würzen – Färben – Heilen

Kurkuma – 4.000 Jahre alt und wichtiger denn je

Die Pflanze aus der Familie der Ingwergewächse (lat. Zingiberaceae) hat viele Namen: Kurkuma, Gelbwurz, Gelber Ingwer, indischer Safran, falscher Safran, Safranwurzel …. Außerdem bildet sie mit ihren nahen Verwandten Ingwer und Galgant ein Dreigestirn, das es in sich hat. Während der Ingwer nicht zuletzt durch den bayerischen Sternekoch und Gewürzepapst Alfons Schubeck wieder entstaubt wurde, blieb der Galgant – völlig zu unrecht – ganz unten in der Kiste und die Kurkuma arbeitet sich langsam, aber kontinuierlich in die europäischen Küchen vor. In der asiatischen, arabischen und nordafrikanischen Gastronomie ist sie ja seit langem ein Muss. Doch auch die Wissenschaft zeigt mittlerweile reges Interesse an dem gelb-orange gefärbten Rhizom.

Was ist Kurkuma?

Die Kurkumapflanze ist in ihrer süd- oder südostasiatischen Heimat – so genau kann man es heute nicht mehr festmachen – bereits seit mehr als 4.000 Jahren hochgeschätzt. Aber auch in Mesopotamiens früher Hochkultur kannte man sie, wie der britische Archäologie R. C. Thompson in seiner Veröffentlichung „A dictionary of Assyrian botany“ 1949 belegen konnte. Auch das antike Griechenland profitierte von der gelben Wurzel – der militärische Exkurs von Alexander dem Großen um 326 v. Chr. machte es möglich. Doch erst im Mittelalter kam der Wurzelstock nach Europa. Möglicherweise war es der venezianische Kaufmann Marco Polo (1254 – 1324), der sie von seinen Reisen mitbrachte, denn er berichtete in seinen Reiseerzählungen von einer dem Safran ähnlichen Frucht. Vielleicht war Kurkuma aber auch im Gepäck der Händler, die lange Zeit unzählige Waren über die weitverzweigte Seidenstraße von Asien nach Nordafrika und Europa transportierten. Im „Elsässischen Arzneibuch“ von 1418 wird Kurkuma erwähnt, spätestens zu diesem Zeitpunkt war sie in Europa angekommen.

Der Name „Kurkuma“ geht auf das arabische Wort „al-kurkum“ zurück, das ursprünglich Safran bedeutete, heute aber nur für Kurkuma eingesetzt wird. Die Curcuma longa, so der lateinische bzw. botanische Name, wächst ungefähr meterhoch, bildet schilfartige, hellgrüne Blätter, sehenswerte weiße bis violette Blüten und später Kapselfrüchte mit drei Kammern. Doch das Interesse gilt nicht der Blütenpracht, auch wenn diese eine Augenweide ist, sondern den unterirdischen Schätzen – dem Wurzelstock, der weit verzweigte, leuchtend gelbe bis orangefarbene Wurzelausläufer bildet, die Rhizome genannt werden.

Färben mit Kurkuma

Was heute so nüchtern als Inhaltsstoff E100 deklariert wird, ist nichts anderes als diese Gelbwurz. Auch heute werden damit Lebensmittel wie Margerine, Wurst und Senf auf verbraucherfreundliche Optik getrimmt. Auch Ostereier lassen sich ein individuelles, strahlend gelbes Outfit auf die Schale färben, wenn man sie in Essigwasser kocht, dem zwei Teelöffel Kurkumapulverzugesetzt wurden.

In der Vergangenheit wurden auch viele Textilien, Papier und andere Gebrauchsmaterialien gefärbt. Da die gelbe Farbe zwar leuchtend, aber nicht lichtecht ist, hat sie als Textilfarbe ihre Bedeutung längst verloren. Nicht nur die Gewänder buddhistischer Mönche erhielten so ihre leuchtende Farbe,auch auf dem Sari der Braut sollte das strahlende Gelb Glück bringen. Aus dem gleichen Grund wird Neugeborenen ein gelb-leuchtender Punkt auf die Stirn getupft.

Auch für Papier gibt es längst industrielle Färbetechniken. Nur in der Chemie schätzt man das kurkumagefärbtes Papier als Indikator zum Nachweis alkalischer Substanzen. Ab einem pH-Wert von 8,6 färbt sich Kurkumapapier braunrot. Mit Hilfe von Natronlauge kann beispielsweise festgestellt werden, ob der teure Safran mit der wesentlich preisgünstigeren Kurkuma gestreckt wurde. Teststreifen aus Curcumapapier finden außerdem Verwendung zum Nachweis von Bor und Boraten.

Würzen mit Kurkuma

Der Hotspot in Sachen Kurkuma ist immer noch Indien. In diesem Land liegt das größte Anbaugebiet, es verbraucht auch 80 % der Welternte. Während in Indien eher getrocknete Ware verwendet wird, ist in Südostasien die frische Knolle gefragt. In Indonesien, Malaysia, dem Iran, den arabischen und nordafrikainschen Ländern ist Kurkuma ein elementarer kulinarischer Baustein, Europa zieht mit aufsteigender Tendenz nach.

Das gelbe Rhizom hat frisch ein leicht brennendes, harzartiges Aroma, getrocknet und zermahlen schmeckt es milder und ganz leicht bitter. Ob würzig, herzhaft oder süß – Kurkuma harmoniert bestens mit ganz unterschiedlichen Speisen. Ganz gleich, ob Reis, Hirse, Quinoa, Nudeln oder Kartoffeln, in Mayonaise, Chutneys oder Soßen – die fein-herbe Knolle gibt allen Beilagen eine exotisch-interessante Note. Italienische Pasta und Gemüsebeilagen gewinnen ebenso wie nordafrikanische Fleisch- und Gemüseeintöpfe. Sie ist aber auch in Süßspeisen, Smoothies und Obstsalaten ein besonderer Kick. Am besten entfaltet sie ihr Aroma, wenn sie erhitzt bzw, mitgebraten wird.

Auch in Getränken zeigt die Kurkumawurzel, wozu sie fähig ist. Die Frage ist nicht mehr: „Kaffee oder Tee?“ – nein, beides ist angesagt. Ganz gleich, ob der Latte Macchiato mit einer Kurkuma-Vanille-Mischung Körper und Geist beflügelt, der Kurkuma-Tee für Schwung sorgt oder die „Goldene Milch“ mit Kurkuma-Paste, Ingwer und etwas Pfeffer als Schlummertrunk – Kurkuma ist immer das Tüpfelchen auf dem „i“.

Wo Kurkuma keinesfalls fehlen darf, ist eine Gwürzmischung, die auch aus der europäischen Küche seit langem nicht mehr wegzudenken ist: Curry. Bis zu 36 verschiedene Gewürze werden unter diesem Sammelbegriff zu einem Würzpulver zusammengestellt; als wichtigste Zutaten gelten neben Kurkuma Pfeffer, Koriander, Senfkörner, Bockshornklee, Kreuzkümmel, Chili, Zimt, Piment, aber auch Muskatblüte, Selleriesaat und Lorbeer. Ob Küchenchef oder Hausfrau – in Indien entwickelt jeder sein eigenes Currypulver. Das in Europa gebräuchliche Curry ist eine britisches Relikt der Kolonialzeit: was in Indien in Soßen und Eintöpfen Verwendung fand, wurde für den britischen bzw. europäischen Geschmack passend gemacht. Für den kreativen Koch also durchaus eine Herausforderung, sich an seinem eigenen Currypulver zu versuchen!

Kurkuma in der Ayurvedaküche

Ayurveda verkörpert ein ganzheitliches Heilungsprinzip, vielleicht das älteste Gesundheitssystem überhaupt. Danach ist der Mensch in seiner Gesamtheit und in seiner individuellen Ausrichtung zu betrachten. Es gilt, die drei Doshas, aus denen sich jedes Individuum ableitet, in ihrer genetisch vorprogrammierten Zusammensetzung in Balance zu bringen und zu halten. Die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Nicht „richtig“ oder „falsch“ ist der Ausgangspunkt, sondern gesund und wichtig ist, was zum jeweiligen Menschen passt. Das „Wissen vom Leben“ versucht zu ergründen, wie Wohlbefinden und Gleichgewicht am ehesten hergestellt werden können. Kurkuma gilt seit ungefähr 4.000 Jahren als heilige Pflanze, die aufgrund ihrer reinigenden und energiespendenden Eigenschaften in diesem System einen festen Platz hat.

Die ideale Mahlzeit der Ayurveda-Küche soll folgende Charaktermerkmale aufweisen: bitter, scharf, trocken, leicht, stoffwechselreinigend, reinigend und erhitzend. Kurkuma als Vertreter der „heißen“ Gewürze vertritt einige dieser Forderungen bereits optimal, so dass nur wenige andere Lebensmittel ergänzt werden müssen.

Kurkuma und seine Bedeutung in der Medizin

In der Traditionellen Chinesischen Medizin ebenso wie in der ayurvedischen Lehre ist Kurkuma unverzichtbar und unbestritten. Doch wie elementar die gelbe Gewürzknolle tatsächlich seit Jahrtausenden ist, zeigt ein Patentstreit aus dem Jahr 1995. Zwei Wissenschaftlern mit indischen Wurzeln, Suman K. Das und Hari Har P. Cohly, wurde zunächst von der medizinischen Fakultät der University of Mississippi ein Patent auf Kurkuma als Wundmittel erteilt. Die Klage des Indian Council for Scientific and Industrial Research gegen das US Patent Office war jedoch erfolgreich, weil die Kläger nachweisen konnten, dass Kurkuma als Wund- und Heilmittel keine neue Erfindung war, sondern seit mehreren tausend Jahren gute Dienste tat. Als Beweismittel war auch ein alter Sanskrit-Text herangezogen worden, der bereits 1953 in einer Fachzeitschrift veröffentlicht worden war.

Da die Lehre des Ayurveda auch in der westlichen Welt immer mehr Anhänger findet, hat auch dort die Verwendung von Kurkuma einen Sprung nach oben gemacht. In Deutschland wird Kurkuma unter der Bezeichnung Rhizoma Curcumae bereits seit 1930 im Ergänzungsband 5 zum DAB (Deutsches Arzneibuch) als pflanzliches Arzneimittel geführt, in der überarbeiteten Ausgabe 10 bekam sie den Namen Curcumae Longae Rhizoma.

Die deutsche Sachverständigenkommission „Kommission E“, die ein waches Auge auf pflanzliche Arzneimittel hat und Kurkuma seit 1985 in der Liste der Monographien führt,

und auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind sich einig darin, dass der Wirkstoff der Knolle der Behandlung zahlreicher Dyspepsien förderlich ist. Dazu gehören Probleme des Magen-Darmtrakts ebenso wie Verdauungsstörungen, die mit Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Übelkeit begleitet werden.

Kurkuma und seine Bestandteile

Die Kurkuma-Knolle muss wirklich ein Allrounder sein, denn sie enthält mehr als 90 bedeutsame Inhaltsstoffe. Die Pflanze liebt Wasser und nimmt damit aus dem Boden eine Reihe wertvoller Mineralstoffe und Spurenelemente auf, die sie zu unzähligen Phyto-Molekülen synthetisiert.

Kurkuma enthält ätherische Öle, die aus Sesphiterpenen wie Turmeron, Atlanton und Zingiberen sowie einigen Monoterpenen bestehen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sind die Kurkuminoide: Curcumin (60 %), Demethoxycurcumin (25 %) und Bisdemethoxycurcumin (15 %). Sie sind für die Gelbfärbung verantwortlich und sollen positiv auf die Zellkommunikation wirken. Die Prostaglandine und Zytokine wirken entzündungshemmend. Daneben gibt es eine Reihe sekundärer Pflanzenstoffe wie z. B. Azulen, Alpha-Pinen, Alpha-Terpineol, Phellandren, Sabinen, Vanillinsäure, Beta-Carotin, Turmeron, Borneol, p-Cymol, Kaffeesäure, p-Cumarinsäure, Caryophyllen, Linalool, Zimtsäure und Guajacol. Zink, Selen, Kalium, Calcium, Mangan, Chrom, Phosphor und Eisen sind die wichtigsten Mineralstoffe. Das Enzym Cyclooxygenase-2 wirkt wie ein natürliches Schmerzmittel; auch das harzige, fetthaltige Resin kann schmerzstillend und entzündungshemmend wirken, wenn es sich in Äther auflöst. Dazu kommt das antiseptische, krampf- und schleimlösende Cineol. Kurkuma ist außerdem reich an wichtigen Vitaminen: A, B1, B2, B3 sowie Vitamin C und E.

Kurkuma als Heilmittel

Wie bereits erwähnt, rückt Kurkuma in den letzten Jahrzehnten zusehends in den Fokus der Wissenschaft Es gibt zahlreiche Studien aus verschiedenen Fachgebieten. Nicht immer darf das Ergebnis unkritisch übernommen werden, denn viele Studien basieren auf Versuchen „in vitro“, also im Reagenzglas. Manche Erkenntnisee wurden ausschließlich durch Tierversuche gewonnen. Also stehen teilweise Forschungsergebnisse aus, die durch weitreichende Studien mit menschlichen Protagonisten belegt sind. Was sich bisher allerdings gezeigt hat, ist äußerst bemerkenswert. Wenn man zusätzlich die Erkenntnisse heranzieht, die aus der langen ayurvedischen Praxis und der Traditionellen Chinesischen Medizin gewonnen wurden, dann kann man ruhigen Gewissens über die Kurkumawurzel als eine Substanz sprechen, die Mensch und Tier in vielen Bereichen unterstützen kann und die wesentlich zur Verbesserung und zur Gesundung beitragen kann, auch bei schweren Erkrankungen

Einnahme und Dosierung

Damit Kurkuma seine heilende Wirkung entfalten kann, sind ein paar Dinge zu beachten.

Zum einen wird der Wirkstoff Kurkumin vom Körper sehr schnell abgebaut; will man also die regelmäßige Versorgung während des ganzen Tages gewährleisten, sollte man die Einnahme auf mehrere Einheiten verteilen. Empfehlenswert ist, dreimal täglich zu den Mahlzeiten ein Drittel der empfohlenen Menge zu dosieren. Nimmt man Kurkuma als frische Wurzel zu sich, liegt die Tagesdosis bei 1,5 bis 3 Gramm. Für getrocknete und pulverisierte Wurzel werden 1 bis 3 Gramm pro Tag als emfehlenswert angesehen, für Kurkuma-Extrakt (Kurkumin) 1,2 bis 1,8 Gramm. Im Akutfall kann die Dosis ohne Bedenken erhöht werden.

Außerdem ist zu beachten, dass Kurkumin nicht wasserlöslich ist, sondern nur in Fett bzw. Öl gelöst werden kann. Das bedeutet, dass die Einnahme in Verbindung mit einer fetthaltigen Substanz zielführend ist. Hervorragend eignen sich Kokos-, Oliven- oder Leinöl; optimal ist, wenn man das Gewürz mit etwas Öl vermischt, bevor man es schluckt oder der Mahlzeit beimischt.

Wie Untersuchungen zeigen, wird die Absorption von Kurkumin deutlich erhöht, wenn es zusammen mit schwarzem Pfeffer eingenommen wird.

Da es sich oft schwierig gestaltet, regelmäßig die entsprechende Dosis zu sich zu nehmen, gibt es ein reichhaltiges Angebot an Kapseln, die neben Kurkumapulver hochdosiertes Kurkumin und auch Piperin, das Hauptalkaloid des schwarzen Pfeffers, enthalten sollten. In jedem Fall muss aber sichergestellt sein, dass das Produkt aus einer seriösen Quelle stammt. Der Hersteller muss in der Lage sein, die Reinheit seiner Produkte lückenlos zu belegen, ganz gleich, ob es sich um ein konventionell hergestelltes Produkt oder ein Bio-Produkt handelt.

Warnhinweise

Wenn man sich aus einem bstimmten Grund für eine sehr hohe Dosierung (in der Regel mehr als 10 g pro Tag) entscheidet, ist es ratsam, wenn ein Arzt die Therapie begleitet. Ärztlicher Rat ist auch für Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren geboten, denn es gibt zwar keine bekannten Probleme, aber auch keine ausreichenden Studien.

Kurkuma – Wirkung und Einfluss auf verschiedene Krankheitsbilder

Kurkuma als Entzündungshemmer

Nicht nur im Tierversuch getestet ist die entzündungshemmende Wirkung von Kurkuma. Eine Studie aus dem Jahr 2014 belegt, dass bei Patienten, die über mehr als 4 Wochen Curcumin einnahmen, sinkende CRP-Werte zu verzeichnen waren. Ein hoher CPR-Wert gibt Aufschluss über chronische Entzündungen im Körper und gilt alss Indikator für kardiovaskuläre Erkrankungen und Arteriosklerose. Eine weitere Studie 2015 an über 100 Probanden, die am Metabolischen Syndrom litten, brachte ähnliche Ergebnisse. In einer ähnlichen Studie wurde die Ausschüttung von Zytokinen untersucht. Das sind Botenstoffe, die auf Entzündungen hinweisen und die Entstehung chronischer Stoffwechselerkrankungen fördern können. Probanden, die täglich 1000 mg Curcumin einnahmen, konnten sinkende Zytokinwerte vorweisen.

Als Entzündungshemmer könnte Curcumin auch bei Rheuma und Arthritis zu einem guten Ergebnis führen. Da es in keinster Weise toxisch wirkt, ist ein Versuch für Patienten mit Problemen dieser Art sicher empfehlenswert.

Antioxidative Wirkung

Dass Kurkuma als Antioxidans wirkt, kann ebenfalls durch eine Studie untermauert werden. In einer Metaanalyse konnte im Jahr 2015 festgestellt werden, dass eine sechswöchige Einnahme von Curcumin den Spiegel körpereigener Antioxidantien erhöhen konnte, während die Werte der freien Radikalen im Blut zurückgingen. Eine Studie im Jahr 2016 konnte diese Erkenntisse zusätzlich stärken.

Die Probanden waren Menschen mit Kniearthrose. Dass sich gerade bei Arthrose nicht immer der gewünschte Erfolg einstellt, zeigt eine Studie, die ein Jahr zuvor ebenfalls mit Kniearthrose-Patienten durchgeführt wurde. Diese Probanden konnten keine Besserung der Schmerzen verzeichnen. Dennoch ist der Curcumineinsatz für dieses Krankheitsbild einen Versuch wert.

Antibakterielle und antivirale Wirkung

Hier ist Kurkuma ein echter Profi. Selbst bei Lippenherpes und Herpes an den Genitalien gibt es kein Pardon. Die wirksame Paste aus dem gelben Pulver, auf die Haut aufgetragen, verhindert die Vermehrung der Viren und führt schnell zum Verschwinden der lästigen Bläschen.

Kurkuma und der Cholesterinspiegel

Eine Studie mit der Gabe täglichen Gabe von Placebos bzw. 1000 mg Curcumin über 8 Wochen legt die Erkenntnis nahe, dass Curcumin bei einer cholesterinsenkenden Therapie durchaus hilfreich sein und begleitend eingesetzt werden kann, um eventuelle eine Reduktion der entsprechenden Medikamente, z. B. Statine, zu erreichen.

Kurkuma und Diabetes

Die Blutzuckerregulierung ist ein Thema, wo Kurkuma wirklich punkten kann. Da Diabetes als chronisch entzündliche Erkrankung gilt, ist auch hier die entzündungshemmende Wirkung ein Vorteil. Außerdem kann die Gelbwurz einige Diabetes-Folgeerkrankungen wie Nieren- und Augenschäden reduzieren.

Im Jahr 2018 wurde eine Studie durchgeführt, die die Schädlichkeit von zwei Diabetes-Medikamenten für die Herzgesundheit zeigen sollte. Es kam heraus, dass das Herz besser geschützt war, wenn zu den Diabetes-Medikamenten Curcumin als Begleittherapie verabreicht wurde.

2012 wurde eine Studie veröffentlicht, mittels derer ermittelt werden sollte, ob die Gabe von Kurkuma Patienten mit einer gestörten Glukosetoleranz hilfreich sein kann und ob so eine Diabetes-mellitus-Erkrankung zu verhindern sei. Man arbeitete mit zwei Gruppen: die eine Gruppe bekam täglich ein Placebo, die andere eine Tagesdosis von 1,5 mg Curcumin. Nach neu Monaten stand das Ergebnis fest: bei der Placebo-Gruppe hatte der Diabetes zugeschlagen, aus der Kurkuma-Gruppe wurde kein einziger krank.

Kurkuma und der Schutz vor Schlaganfall und Herzinfarkt

Weil Kurkuma als Antioxidans wirkt, sich günstig auf Blutzucker und Blutfette auswirkt sowie die Blutgefäße schützt, trägt das Gewürz wohl dazu bei, Risikofaktoren zu vermeiden und die Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse zu minimieren.

Kurkuma und Alzheimer

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Kurkuma auch hier unterstützen kann. Der sichere Beweis steht noch aus, jedoch zeigt eine Studie von 2018 hoffnungsvolle Ansätze. Auch eine Arbeit aus China kommt aus dem selben Jahr kommt zu dem Ergebnis, dass der Zusammenhang zwischen der Gabe von Curcumin und der Verhinderung oder zumindest Verlangsamung der Krankheit erforscht werden sollte.

Kurkuma hält den Verdauungsapparat fit

Das gelbe Pulver regt nicht nur die Produktion von Magensaft an und trägt damit sehr zu einer guten Verdauung bei. Es fördert auch den Gallenfluss, wirkt krampflösend und verringert Blähungen, Sodbrennen und Verdauungsstörungen wie Durchfall und Verstopfung. Sogar die Schulmedizin greift mittlerweile auf Curcumin zurück, wenn es um leichte Störungen des Magen-Darmtrakts geht. Da eine gesunde Darmflora sich auf den gesamten Organismus positiv auswirkt, kann Curcumin also auch hier punkten.

Kurkuma und Erkrankungen der Lunge

Im Tierversuch wurde Curcumin bei Lungenfibrose und Lungenmetastasen getestet. Es stellte sich heraus, dass Curcumin jene Defekte lindern bzw. reparieren kann, die durch Bestrahlung, Chemotherapeutika und Giftstoffe herbeigeführt wurden. Dagegen blieben die Metastasen ungeschützt und die Strahlentherapie konnte besser wirken. Weitere Studien lassen den Schluss zu, dass Curcumin generell eine Schutzfunktion bei Atemwegserkrankungen übernehmen kann aufgrund der beschriebenen entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften.

Kurkuma und Krebserkrankungen

Geerade hier gilt es, sehr vorsichtig zu sein und keine falschen Versprechungen zu machen. Gesichert ist, dass Kurkuma seine vorbeugende Wirkung gegen Krebs entwickeln und auch zellschützend wirken kann. Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, , dass Curcumin die Membran der Körperzellen festigt und sie damit widerstandsfähiger macht gegen den Angriff von Krankheitserregern. Dagegen schwächt es die Membran von Krebszellen. Auch wenn Kurkuma keine Strahlentherapie verhindern kann, so kann eine Begleittherapie doch sehr hilfreich sein.

Kurkuma und Augenkrankheiten

Die Möglichkeit besteht, dass Curcumin eine altersbedingte Makuladegeneration verzögern, vielleicht sogar umkehren kann. Ein Review von 2018 lässt auch hier auf weitere gute Ergebnisse hoffen.

Kurkuma in der Zahnpflege

In ihren Heimatländern wird Kurkuma längst zur Zahnpflege eingesetzt. Dem gelben Pulver wird eine positive Wirkung auf die Mundflora nachgesagt. Auch Schwellungen und Entzündungsherde soll sie verhindern bzw. lindern. Als professioneller „Entgifter“ kann sie die Quecksilberausleitung nach Amalgamentfernung unterstützen.

Eher in den Bereich Kosmetik gehört die Möglichkeit des Bleachings: auch wenn es paradox klingt, dass gelbes Pulver zu weißeren Zähnen führen kann. Eventuell genügt es jedoch schon, eine frische Wurzel zu kauen. Wer mehr tun möchte, drückt eine Paste aus Kurkumapulver und einer Prise Pfeffer auf die Zahbürste. Nach dreiminütigem Zähneputzen ausspucken, mit lauwarmem Wasser nachspülen – fertig.

Kurkuma in der Kosmetik

Ob Haut, Haare oder Nägel – mit Kurkuma hat man auch hier einen zuverlässigen Helfer an seiner Seite. Mit natürlichen Antioxidantien und Durchblutungsförderung schützt es vor vorzeitiger Hautalterung und Faltenbildung. Selbst die Heilung von Ekzemen und Pilzbefall ist möglich.

Wer regelmäßig Kurkuma verzehrt, kann mit einer deutlichen Verbesserung der Haarstruktur rechnen. Eine Massage mit hochwertigem Öl bringt Linderung bei Schuppenbefall. Die Bildung von Collagen und Förderung eines gesunden Bindegewebes sowie feste Nägel und gesunder Nagelhaut sind keine Hexerei; allerdings sollte man zusätzlich auf eine abwechslungsreiche Ernährung achten.

Kurkuma in der Tierheilkunde

Nicht nur für den Menschen ist Kurkuma gut, auch in der Tierheilkunde hat das Gewürz seinen Platz gefunden. Als Ergänzungsfutter für Hunde, Katzen und Pferde kann Curcumin die Mobilität steigern, das Immunsystem verbessern und freie Radikale reduzieren. Es soll die Produktion zytotoxischer T-Lymphozyten steigern und das Protein Cathelicidin im Körper ansteigen lassen, um Bakterien und Infektionen zu verhindern. Kurkuma kann auch beim Tier Wundheilung und Arthrose günstig beeinflussen. Bei Katzen ist Vorsicht bei der Dosierung geboten – die enthaltenen ätherischen Öle in zu hoher Dosis können giftig sein für das Tier. Kurkuma-Präparate für Tiere gibt es als Pulver, Pasten, Kapseln oder Tropfen.

Die spirituelle Bedeutung von Kurkuma

Viele religiöse Feste im Hindu-Jahr wären nicht denkbar ohne den gelben Farbstoff der Kurkuma-Wurzel: gelb gefärbte Kleidung und Kurkuma-Paste gehören zu zahlreichen Riten. Vor allem bei Hochzeiten hat Kurkuma Hochkonjunktur. Zu Beginn der Feierlichkeiten tragen die versammelten Familienmitglieder Kurkumapaste auf Stirn, Gesicht, Arme und Beine der Brautleute auf. Die Paste aus Kurkuma- und Sandelholz-Pulver soll der Reinigung dienen, dem Brautpaar einen strahlenden Teint bescheren und vor bösen Mächten schützen. Im Anschluss an diese Prozedur werden alle

Beteiligten mit einem gelben Punkt auf der Stirn bedacht. Ein getrockneter Kurkumaring wird gerne als Halsschmuck getragen.

Kurkuma dient aber auch als Opfergabe und Räucherwerk, um beispielsweise dem elefantenköpfigen Gott Ganesha zu huldigen.

Fazit

Die Wirkstoffe der Kurkuma-Knolle sind so vielschichtig, dass sie nicht nur als Gewürz viele Speisen verfeinert. Sie hat auch enormes Potenzial, wenn es um die Unterstützung bei gesundheitlichen Problemen geht. Viele Studien zeigen, wie wirksam und hilfreich Kurkuma selbst bei schweren Krankheiten sein kann. Die Wissenschaft wird weiter testen und irgendwann auch beweisen, was man in Asien seit Jahrtausenden bereits weiß. Da die Kurkuma-Knolle weder toxisch wirkt noch spürbare Neben- oder Wechselwirkungen aufweist, sollte man ihr wirklich eine als Heilpflanze eine Chance geben, da zu wirken, wo es notwendig ist. In der Küche ist sie ja bereits angekommen.