CBD (Cannabidiol) – ein Wirkstoff der Cannabispflanze

Was ist CBD ?

Cannabidiol ist ein Wirkstoff der Cannabispflanze aus der Gruppe der Cannabidoiden. Der Wirkstoffe kommt als CBD-Carbonsäure in der Hanfpflanze vor. Zur Gewinnung wird hauptsächlich Faserhanf genutzt. Das Cannabidiol (CBD) befindet sich in Harzdrüsen auf den Knospen und Blättern der Pflanze.

CBD reduziert den Stress beim Menschen. Im Gegensatz zu Tetrahydrocannabidiol (THC) hat es keinen berauschenden Effekt, da es keine psychoaktiven Verbindung besitzt. Pflanzen, die für eine therapeutische Wirkung angebaut werden, enthalten so gut wie kein THC, dafür aber umso mehr CBD. Die höchste Konzentration findet sich in der weibliche Hanfsorte Cannabis Sativa. In CBD-Produkten, zum Beispiel in Ölform, darf EU-weit nicht mehr als 0,2 % THC enthalten sein. In der Schweiz beträgt der Grenzwert dagegen 1 %.

CBD Öl ist nicht zu verwechseln mit Hanföl, das aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen wird. Es ist in verschiedenen Konzentrationen erhältlich. Der Anteil schwankt zwischen 3 % und 20 % CBD. Einige CBD-Extrakte werden mit Hanföl verdünnt, um einen standardisierten Anteil an CBD im Produkt zu erreichen. Dieses Produkt besitzt den Vorteil, dass Hanföl Omega3- und Omega6-Fettsäuren in einem idealen Verhältnis enthält.

Wie wird Cannabidiol hergestellt?

Die Herstellung erfolgt aus Nutzhanf, der auch Industriehanf genannt wird. Nur die weiblichen Pflanzen finden Verwendung. Diese Pflanze darf mit einer Sonderlizenz der EU angebaut werden. Ihr natürlicher Cannabidiol-Gehalt liegt bei maximal 5 Prozent. Das Öl wird hauptsächlich aus den Blüten und Blättern gewonnen, die mit einem Harz bedeckt sind, das einen hohen Gehalt an Cannabinoiden aufweise. Da das CBD in Form von CBDA-Säure im Hanf enthalten ist, muss eine Extraktion und daraufhin eine Umwandlung in Öl vorgenommen werden. Die Pflanzenteile werden zunächst eine Woche schonend getrocknet. Anschließend kann die Substanz durch vier verschiedene Verfahren gewonnen werden.

Bei dem ersten Verfahren handelt es sich um die Öl-Extraktion (z.B. in Olivenöl, Hanfsamenöl oder Kokosöl). Die getrockneten und zerkleinerten Pflanzenteile werden in Öl gelegt. Cannabinoide sind in Öl löslich, was durch eine vorsichtige Erwärmung geschieht. Anschließend folgt die Erhitzung der Pflanzenteile in einem Gemisch aus Öl und Wasser. Nach Aussieben der festen Bestandteile wird die Mischung abgekühlt und das Wasser vom Öl getrennt.

Bei der zweiten Methode, der Trockeneis-Extraktion, wird das Harz durch Einfrieren von den Blüten getrennt. Das Resultat ist ein harziges Pulver.

Als dritte Methode kommt die Flüssige Lösungsmittel-Extraktion in Frage. Mögliche Lösungsmittel sind hier Alkohol, Ethanol, Butan, Hexan und Isopropanol. Meist wird Ethanol verwendet. Neben dem CBD wird durch diese Methode auch das Chlorophyll aus der Pflanze herausgelöst. Die Blüten und Blätter ziehen einige Minuten in dem Lösungsmittel, bis anschließend die Pflanzenteile herausgesiebt werden. Durch Erhitzung verdampft man im nächsten Schritt das Ethanol und kann anschließend das gewonnene CBD-Extrakt mit Pflanzenöl vermischen.

Bei der letzten Methode handelt es sich um die CO₂-Extraktion. Es gibt ein unterkritisches, ein mittelkritisches und ein superkritisches Verfahren. Kohlendioxyd fließt durch die Pflanzenteile, um das CBD zu lösen. Bei der superkritischen Extraktion, liegt die Eigenschaft des verwendeten Kohlendioxyds zwischen Flüssig und Gasförmig. Der Ertrag ist bei dieser Methode höher, da auch Omega 3- und 6-Fettsäuren, Chlorophyll, Pflanzenwachse und Carotinoide herausgelöst werden. Terpene und Phytocannabinoide hingegen werden aufgrund der hohen Temperatur zerstört. Das harzige Extrakt wird in der letzten Kammer von dem gasförmigen Kohlendioxyd gelöst und kann anschließend weiterverarbeitet werden.

Die unterkritische oder kalte Extraktion dauert länger und löst bei niedrigerer Temperatur weniger Extrakt, bewahrt aber die empfindlicheren Bestandteile der Pflanze. Für ein Vollspektrum Öl muss zuerst das kalte, und dann das superkritische Verfahren angewendet werden, um zuerst die empfindlichen Inhaltsstoffe, wie beispielsweise die Phytocannabinoide, herauszufiltern. Bei der mittelkritische Methode schließlich handelt es sich um ein Mittelweg zwischen beiden Verfahren.

Im Handel sind auch CBD in Kristallform erhältlich. Die Kristalle entstehen durch Isolation des Wirkstoffs aus der Pflanze. Diese Kristalle haben einen CBD-Anteil von fast 100 %. Sie werden in Öl oder Alkohol aufgelöst und unter den Bezeichnungen CBD Kristalle oder CBD Isolate vertrieben. Das Produkt enthält andere Cannabinoide oder Terpene nur in geringem Umfang.

Auf welche Weise wirkt CBD?

Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein Teil des Nervensystems. Es besitzt Einfluss auf die Stimmungslage und die Entstehung von Ängsten. Darüber hinaus reguliert es die Körpertemperatur, den Appetit, den Schlaf, die Schmerzwahrnehmung und die Abwehrkräfte. Das ECS hat weiterhin Einfluss auf das Sprechen und Verstehen, den Herzkreislauf und damit die Sauerstoffversorgung des Körpers, die Atmung, die Verdauung und das Reaktionsvermögen des Immunsystems.

Das Endocannabinoid-System wirkt auch auf den Hautstoffwechsel. Es beeinflusst den Zyklus von Hautzellen und die Produktion von Talg, Hormonen und Zytokinen. Eine Fehlfunktion des ECS wird als Ursache für verschiedene Hautkrankheiten vermutet. Hierzu gehören Akne, die Neurodermitis, Seborrhö, Psoriasis, Tumore der Haut und verschiedene Formen von Juckreiz. CBD-haltige Pflegeprodukte können den Juckreiz lindern, die Bildung von Hautfetten beeinflussen und Entzündungen hemmen. Ob der Alterungsprozess der Haut durch CBD verzögert werden kann, muss noch durch weitere Studien geklärt werden.

Für die Wirkung sind körpereigene Rezeptoren verantwortlich. Der Cannabinoid-Rezeptor 1 befindet sich im zentralen Nervensystem sowie im Nervenzentrum des Darms. Über spezielle Regionen im Hirn beeinflusst er Lern- und Bewegungsprozesse. Der CB2 findet sich auf Zellen, die den Knochenstoffwechsel und das Immunsystem regulieren. Cannabinoide sind in der Lage, diese Cannabinoid-Rezeptoren zu aktivieren. Man spricht bei diesem Prozess auch von Agonisten und Antagonisten. Agonisten sind in diesem Fall die Cannabinoide, und Antagonisten sind die Rezeptoren.

Forscher der Universität Dublin entdeckten 2007 in den Gehirnen von Alzheimer-Patienten Veränderungen in den CB1- und CB2-Rezeptoren sowie im zentralen Nervensystem. Durch die Einnahme von Cannabinoiden könnte es möglich sein, über das Endocannabinoid-System den Ablauf neurologischer Erkrankungen zu beeinflussen. Der Eiweißstoff Beta-Amyloid wurde gehäuft in den Gehirnen der Patienten gefunden. Er fördert die Bildung von freien Radikalen, die die Nervenzellen angreifen. Durch ihren antioxidativen Effekt können Cannabinoide die Widerstandskraft dieser Zellen stärken. Wissenschaftler der Universität Rom behaupten sogar, dass CBD über die positive Beeinflussung des PPAR-Rezeptors die Neubildung von Nervenzellen fördern könne.

Grundsätzlich besitzt CBD eine entkrampfende, entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkungen. Es löst Ängste und beruhigt. Wegen seiner antioxidativen Wirkung kann CBD die Zellen und vermutlich auch das Erbgut schützen. Durch die Interaktion mit den Hirnrezeptoren und dem Immunsystem wirkt es gegen chronische und akute Schmerzen. Es hemmt auch den Abbau von Anandamid, das mit schmerzstillenden und beruhigenden Effekten auf das zentrale Nervensystem wirkt. Der menschliche Körper ist in der Lage, eigenständig Endocannabionide bilden. Krankheiten, die durch Endocannabionid-Mangel begünstigt werden, wie zum Beispiel Migräne, Reizdarm oder Fibromyalgie, können durch die Einnahme von Cannabinoid behandelt werden.

Bei welchen Krankheiten kann CBD helfen?

Allergien

Viele Menschen leiden heute an Allergien, die in der Regel durch Histamine ausgelöst werden. Das Endocannabinoid-System reguliert das Immunsystem des menschlichen Körpers und hat dadurch Einfluss auf die Entstehung entzündlicher oder allergischer Reaktionen. Auf diese Weise werden weniger Histamine aus den Mastzellen ausgeschüttet. Dies verhindert den Ausbruch allergischer Reaktionen, wie verstopfte Nasennebenhöhlen oder Augenreizungen.

Der Abbau von Histaminen im Körper hängt vom der Funktion des Enzyms Diaminooxidase (DAO) ab. Während Vitamin B 6, Vitamin C und Zink wichtig für die Arbeit dieses Enzyms sind, können andere Substanzen die Funktion blockieren. Hierzu gehören zum Beispiel Alkohol, Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Nahrungsmittel wie Käse, Nüsse oder Schokolade.

Ängste und Angststörungen

Angst ist ein lebensnotwendiges Gefühl, das den Menschen auf Gefahrensituationen aufmerksam macht und dem Körper die notwendige Reaktion ermöglicht. Bei einer Angststörung entwickelt die Angst eine Eigendynamik und warnt auch in Situationen, die keine Gefahr darstellen. Sie verursacht umfangreiche körperliche Symptome wie beispielsweise Kopfschmerzen, Magenprobleme oder Schwindelgefühle. Die Ursache könnte in einer Störung des Gleichgewichts von Neurotransmittern, wie Serotonin oder Noradrenalin, liegen.

CBD besitzt eine angstlösende Wirkung, wobei dieser Effekt allerdings noch nicht hinreichend erforscht ist. Cannabinoide setzen vermutlich an den 5HT1A-Cannabinoid-Rezeptoren an, die den Serotonin- und Glutamatspiegel regulieren, und bewirken dadurch eine Nachlassen der Ängste. Der Ausstoß von angstauslösenden Neurotransmittern wird reduziert. Darüber hinaus weitet CBD die Blutgefäße und senkt den Blutdruck, wodurch es die Auswirkungen von Panikattacken vermindert.

Depressionen

Depressionen sind eine Ernst zu nehmende Krankheit, die in den meisten Fällen durch Medikamente und Therapien gut behandelbar ist. CBD könnte in diesem Zusammenhang helfen, die Auswirkungen von Depressionen zu verringern. Es hat einen positiven Einfluss auf die Serotonin-Rezeptoren und vermindert die Erregbarkeit der Nervenzellen. Ein gleichmäßig hoher Serotonin-Spiegel ist notwendig für einen positiven emotionalen Zustand und kann zusammen mit ergänzenden Maßnahmen den Weg aus einer Depression erleichtern. CBD erhöht zwar nicht die Menge an verfügbarem Serotonin, wirkt aber auf das Reaktionsvermögen der Serotonin-Rezeptoren ein und kann dadurch eine antidepressive und Angst vermindernde Wirkung haben. Durch die Erweiterung der Blutgefäße über die verstärkte Produktion aktivitätssteigernder Neurotransmitter, wie Dopamin, wird das Nervensystem unterstützt.

Entzündungen

Eine Entzündung ist eine Antwort des Immunsystems auf Krankheitserreger oder Bedrohungen. Akute Entzündungen werden oft durch Verletzungen verursacht. Sie versuchen, die betroffene Stelle zu schützen, zum Beispiel durch Auslösung von Schwellungen oder Unbeweglichkeiten, und einen Heilungsprozess einzuleiten. Wenn eine Entzündung über einen längeren Zeitraum andauert, wird sie als chronisch bezeichnet. Bei Sinusitis oder rheumatischer Arthritis gerät dieser Schutzmechanismus außer Kontrolle und beginnt, gesundes Gewebe anzugreifen.

CBD besitzt viele entzündungshemmende Eigenschaften und unterstützt das Immunsystem. Durch die Verstärkung des Bindungsvermögens einzelner Rezeptoren im Endocannabinoid-System kann es das Schmerzempfinden unterdrücken. Durch die Verstärkung der Wirkung von Adenosin werden Botenstoffe wie Dopamin in größerem Umfang freigesetzt und dadurch eine verstärkte Bekämpfung von Entzündungen gefördert. Gerade im Sportbereich kommt es oft zu Muskel- oder Knochenverletzungen sowie winzigen Geweberissen. Hier hilft CBD, die Schmerzen zu bekämpfen und die Schwellungen zu vermindern.

Allerdings sind Entzündungen eine notwendige Reaktion des Körpers als Antwort des Immunsystems auf beginnende Infektionen. Um diese natürliche Reaktion des Körpers nicht zu beeinträchtigen, empfiehlt es sich, zunächst die Entzündung mit geringer Dosierung zu bekämpfen. Bei Ausbleiben der gewünschten Wirkung kann die Tagesmenge allmählich und in kleinen Schritten gesteigert werden.

Epilepsie

Bei Epilepsie verringert CBD möglicherweise die Häufigkeit und die Schwere der Anfälle. Dies könnte auf die krampflösenden Eigenschaften und die Wirkung auf diverse Rezeptorsysteme im menschlichen Körper zurückzuführen sein. Cannabinoide verhindern im Gehirn möglicherweise eine übermäßige Freisetzung von Glutamat. Eine zuverlässige Aussage ist auch deshalb schwer möglich, weil es diverse Formen epileptischer Erkrankungen gibt. Offenbar erhöht CBD beim Dravet-Syndrom und beim Lennox-Gastaut-Syndrom die Wirksamkeit antiepileptischer Medikamente. Unter der Bezeichnung Epidyolex ist CBD als verschreibungspflichtiges Mittel zur Behandlung von verschiedenen Formen der Epilepsie bei Kindern erhältlich.

Nach Ausschöpfung aller anderen Behandlungsmöglichkeiten könnte der Einsatz von CBD neue Möglichkeiten eröffnen. Ergänzend ist zu berücksichtigen, dass alle aktuell verfügbaren Medikamente zum Teil erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen, was bei CBD nicht der Fall ist.

Erkrankungen der Atemwege

Asthma löst allergische Reaktionen aus, was zu Entzündungen in der Lunge und den Atemwegen führen kann. Durch die Entzündung der Atemwege wird über die Bronchienmuskulatur vermehrt Schleim ausgestoßen, der die Atmung blockiert. Erste Studienergebnisse weisen darauf hin, dass CBD möglicherweise Entzündungen und Schwellungen in den Atemwegen verringern kann. Neben der Hemmung entzündungsauslösender Zykotine kann CBD die Sekretproduktion der Schleimhaut reduzieren.

Durch die erschwerte Atmung werden die Muskeln rund um die Lunge gestresst und verursachen Schmerzen. Andererseits löst die Verengung der Lungenmuskulatur wiederum Kurzatmigkeit aus. CBD könnte in diesem Zusammenhang den Druck auf die Muskeln vermindern und so die Schmerzen erträglicher machen. Möglicherweise kann es auch bei der Behandlung von entzündlichen Lungenerkrankungen unterstützend zum Einsatz kommen.

Hauterkrankungen

Als mögliches Einsatzgebiet für CBD kommen Neurodermitis, Schuppenflechte, Akne und Ekzeme in Frage. Bei Akne hilft es durch seine antientzündliche Wirkung. In Talgdrüsen und Haarwurzeln befinden sich Cannabinoid-Rezeptoren, die Botenstoffe aktivieren, um die Talgproduktion zu regulieren. Durch die antibakterielle Wirkung vermindert CBD Hautreizungen und die Schuppenbildung. Allergene und Bakterien werden durch die Stabilisierung des Immunsystems daran gehindert, die Haut zu reizen und Ekzeme zu verursachen. Dadurch wird auch der Juckreiz gelindert, der ansonsten durch häufiges Kratzen schnell zu Infektionen führen kann. Die Hauterneuerung wird angeregt. CBD kann dadurch als Ersatz für Kortison dienen, ohne dass es ähnliche Nebenwirkungen verursacht.

Durch die äußerliche Anwendung bindet CBD freie Radikale und beugt so der vorzeitigen Hautalterung vor. Zugleich wird die Regeneration der Hautzellen begünstigt, so dass die Haut wieder ausreichend Feuchtigkeit aufbaut und vorhandene Falten sich durch die verbesserte Elastizität teilweise zurückbilden.

Durch seine entzündungshemmenden Eigenschaften lindert CBD auch Beschwerden, die durch Ekzeme ausgelöst werden. Bei einer Leberfunktionsstörung ist die Leber nicht mehr in der Lage, alle schädlichen Verbindungen aus dem menschlichen Körper zu entfernen. Dies kann ersatzweise durch Ausscheidung über die Poren der Haut erfolgen. Auf diese Weise werden die Hautzellen gereizt und die Entstehung von Entzündungen begünstigt. Das Endocannabinoidsystem wird bei allergischer Dermatitis verstärkt aktiv und unterstützt das Immunsystem. CBD kann diesen Prozess optimieren, indem es den Abbau von Endocannabinoiden verzögert.

Hepatitis

Bei Autoimmun- oder Virushepatitis kann CBD die Symptome durch die Verbindung mit den Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems lindern. Bei einer Fettleberkrankheit reduziert es den Appetit und kann beim Abnehmen helfen. Bei einer Hepatitis als Folge eines Virus oder einer Entzündung wirkt CBD aufgrund seines entzündungshemmenden und antiseptischen Effekts. Schmerzen im Bereich der Leber können durch den schmerzstillenden Effekt vermindert werden. CBD kann die Auswirkungen einer chronischen Hepatatis lindern und Verfärbungen und juckende Stellen auf der Haut zu bekämpfen. Im Jahr 2017 haben Forscher der University of Maryland herausgefunden, dass durch die Verbindung von CBD mit den CB2-Rezeptoren im Falle der Hepatitis C eine Aktivierung des Abwehrmechanismus in Gang gesetzt wird. Die Bekämpfung der Viren führt dazu, dass der Infektionsprozess langsamer voranschreitet.

Krebs

Es gibt Hoffnungen, dass die Einnahme von CBD die Beschwerden von Krebspatienten lindern und das Wachstum von Krebszellen verzögern kann. CBD ist aber auf keinen Fall ein Ersatz für die herkömmliche Therapie von Krebspatienten. Da die Forschung in diesem Bereich noch nicht weit fortgeschritten ist, wäre es fahrlässig, bei betroffenen Menschen falsche Hoffnungen zu wecken. Möglicherweise kann Cannabidiol in Kombination mit einer Chemo- oder Strahlentherapie einen positiven Effekt haben. Durch den Einfluss auf bestimmte Proteine, die für das Überleben von Krebszellen notwendig sind, könnte CBD die Krebszellen schwächen, so dass sie anfälliger für die Wirkung der Strahlentherapie werden. Es verbindet sich mit den CB1 und CB2-Rezeptoren der Krebszellen, um diese zu schwächen.

Folgesymptome einer Krebserkrankung oder einer Chemotherapie könnten möglicherweise durch die Einnahme von Cannabidiol gemildert werden. Hierzu zählen Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Depressionen oder Ängste.

Hirnschäden

Eine Studie an der Universität von Kentucky nährte 2013 die Hoffnung, dass CBD bei der Behandlung von Hirnschäden helfen könnte, wenn diese durch Alkoholmissbrauch verursacht wurden. Die Degeneration von Nerven in Teilbereichen des Gehirns könnte auf diese Weise verlangsamt werden. Durch die Anbindung an CB1- und CB2-Rezeptoren verhindert es die Freisetzung von Zykotinen, die bei einem Schmerztrauma auf den Plan treten und zur Bildung von Entzündungen führen. Gleichzeitig wird durch die Förderung der Freisetzung von Minocyclin das Risiko für Hirnschwellungen und neurologische Beeinträchtigungen gesenkt.

Darüber hinaus soll CBD den Erholungsprozess nach einem Schlaganfall unterstützen. Durch eine Förderung der Durchblutung unterstützt es den Regenerationsprozess nach einem solchen Anfall. Durch die Bindung an CB1-Rezeptoren hat es Einfluss auf das Schmerzempfinden. Durch einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel vermindert CBD Ablagerungen in den Gefäßen, so dass das Risiko eines Schlaganfalls durch Embolien gesenkt wird.

Der Konsum von TCH-haltigem Cannabis kann zum Verlust des Kurzzeitgedächnisses führen. CBD dagegen kann das Wachstum von Neuronen unterstützen und die Gedächnis-Defizite vermindern. Offenbar verringert Cannabidiol die Anzahl der verletzten Gehirnzellen. Nach einem Schädel-Hirn-Trauma als Folge einer Kopfverletzung kann CBD möglicherweise zur Verminderung neurologischer Schäden beitragen. Durch die Verstärkung der Wirkung körpereigenen Cannabinoiden fördert CBD die Durchblutung des Gehirns und die Regulierung von Entzündungen, so dass Hirnverletzungen unter Umständen schneller verheilen können. Kurz nach dem Auftreten einer Hirnverletzung können durch die Einnahme von CBD möglicherweise die degenerativen Effekte verlangsamt werden.

Nervenkrankheiten

Das Cannabinoidsystem wird durch Einnahme von CBD dabei unterstützt, das zentrale Nervensystem vor oxidativem Stress, Entzündungen, schlechter Sauerstoffversorgung oder unzureichender Durchblutung optimaler zu schützen. Ein geschwächtes Nervensystem dagegen kann die Entstehung von körperlichen und psychischen Erkrankungen begünstigen. Anzeichen für Nervenerkrankungen können Taubheitsgefühle in den Armen und Beinen, Kribbeln, Lähmungen oder Schmerzen sein. Falls Stress für die Erkrankung verantwortlich ist, können nach einer Senkung des Stresslevels die Symptome wieder abklingen. In diesem Zusammenhang kann CBD unterstützend wirken. Durch die Überschreitung der Blut-Hirn-Schranke kann sich CBD gut mit den Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems verbinden und so die Symptome eines Nervenleidens lindern. Durch den Einfluss auf die Nervenimpulse ist eine Verminderung des Schmerzempfindens möglich.

Schlafstörungen

Die Ursachen für einen schlechten Schlaf können vielfältig sein. Das Spektrum möglicher Auslöser reicht von Stress über psychische Probleme bis hin zu einer Reihe von Krankheiten. Durch seine beruhigende und entkrampfende Wirkung erzeugt es im Idealfall eine natürliche Müdigkeit. Weil CBD Schmerzen lindert und Entzündungen bekämpft, kann es den Schlaf verbessern, wenn Schmerzen der Auslöser für fehlenden Schlaf darstellen. Oft sind Anspannungen verantwortlich, die während des Tages entstanden sind. In diesem Fall sollten zusätzlich die Ursachen für diese Verkrampfungen ermittelt und, falls möglich, beseitigt werden.

Gängige Schlafmittel enthalten oft Benzodiazepine, die einen künstlichen Schlaf herbeiführen, in dem das Gehirn heruntergefahren wird. Zwar beruhigen solche Substanzen und wirken erst einmal krampflösend. Leider verhindern sie aber auch Tiefschlafphasen, die für die Regeneration des menschlichen Körpers wichtig sind. Da die Produktion von Botenstoffen durch die Nerven zurückgefahren wird, tritt mittelfristig eine Abhängigkeit von dem Schlafmittel ein. CBD dagegen führt keinen künstlichen Zustand herbei, sondern aktiviert körpereigene Botenstoffe, so dass es einen stärkeren Erholungseffekt besitzt und zudem nicht abhängig macht.

Suchterkrankungen

CBD könnte ein Hilfsmittel bei der Behandlung von Suchterkrankungen darstellen. Möglicherweise ist es in der Lage, Entzugserscheinungen zu lindern, indem es die Produktion von Enzymen anregt, die Symptome des Entzugs abschwächen. Vermutlich sind CB1-Rezeptoren an diesem Prozess beteiligt. Bei Alkoholmissbrauch verzögert CBD durch seine neuroprotektiven Eigenschaften möglicherweise die durch Abbau bedingte Schädigung des Gehirns. Da CBD auch Angstzustände und Depressionen vermindern kann, werden auf diese Weise Entzugserscheinungen erträglicher gemacht.

Unwohlsein und Übelkeit

Grundsätzlich handelt es sich bei Übelkeit und Erbrechen um einen Abwehrmechanismus des Körpers, der seinem Schutz dient. Der Brechreiz wird durch Rezeptoren verursacht, die in verstärktem Masse Serotonin ausschütten. Gängige Medikamente verhindern Erbrechen durch die Blockade dieser Rezeptoren. Damit bekämpfen sie das Symptom der Erkrankung. Bei länger andauernder Übelkeit ist es ratsam, die Ursache durch einen Arzt abklären zu lassen.

Das Unwohlsein im menschlichen Körper wird durch das Endocannabinoid-System reguliert. Hier kann die Einnahme von CBD helfen, den Serotoninspiegel wieder auf ein normales Maß zurückzuführen. CBD hemmt 5HT1a-Rezeptoren und sorgt dadurch für einen Rückgang der Übelkeit. Gleichzeitig steigert sich die Produktion von Anandamit, einem Endocannabinoid, das über eine Verbindung mit den CB1- und CB2-Rezeptoren für ein besseres Wohlbefinden sorgt. Bei migränebedingter Übelkeit reduziert dieser Wirkstoff gleichzeitig die Schmerzen.

Weitere Einsatzgebiete

CBD könnte bei Parkinsonpatienten zu einer Linderung der Begleiterscheinungen beitragen. Die Krankheit an sich ist nicht heilbar. Lediglich Folgen der Erkrankung, wie Schlafstörungen oder Depressionen, können möglicherweise durch Cannabidiol gelindert werden. In diesem Fall ist aber auf mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten zu achten.

Manche Studienergebnisse werfen die Frage auf, ob CBD eine antipsychotische Wirkung entfalten und damit die Symptome einer Schizophrenie vermindern kann. Cannabidiol hemmt ein Enzym, das Anandamit abbaut, so dass sich der Anandamit-Spiegel im Blut erhöht. Es handelt sich um ein Endocannabinoid, das im zentralen Nervensystem Einfluss auf die Bewegungsabläufe und die Wahrnehmung nimmt. Es besteht die Hoffnung, dass die Einnahme von CBD eine Verbesserung des Erinnerungsvermögens und einer Verringerung der psychotischen Symptome bewirken könnte.

Ein weiteres mögliches Einsatzgebiet ist die Behandlung von Übergewicht, da CBD den Appetit vermindert. Falls psychische Erkrankungen für die Entstehung des Übergewichtes verantwortlich sind, kann CBD durch seine angstlösende Wirkung die Anzahl der Hungerattacken reduzieren. Möglicherweise vermindert es auch den Einfluss von Proteinen, die an der Erzeugung von Fettzellen beteiligt sind. Durch die Förderung der Mitochondrien könnte CBD auch einen schnelleren Fettabbau begünstigen. Allerdings kann nur eine Kombination der Einnahme von Cannabidiol mit einer Umstellung der Ernährung und ausreichender Bewegung zum Erfolg führen.

Einnahme und Dosierung von CBD

Cannabidiol kann in Form von Kapseln, als Öl, zusammen mit der Nahrung, oder mit Hilfe eines Verdampfers eingenommen werden. Anschließend sollte man 15 Minuten lang nichts zu sich nehmen. Grundsätzlich ist es ratsam, zunächst mit einer niedrigen Dosierung zu beginnen, um die Reaktion des Körpers zu beobachten. Wenn die erwünschte Wirkung nicht eintritt, kann man die Dosierung in langsamen Schritten steigern.

Grundsätzlich sollte man die Dosierungsanleitung des Herstellers beachten. Die folgenden Angaben sind nur eine grobe Orientierung, da jeder Mensch anders reagiert und jedes Leiden und jede Krankheit verschieden ausgeprägt ist. Gegen Kopfschmerzen, Übelkeit und Stress wird die Einnahme einer täglichen Dosis von 0,5 – 20 mg CBD empfohlen. Bei Schmerzen, Arthrose, Verdauungsbeschwerden und Depressionen sind 20 – 50 mg täglich angemessen. Bei schweren Erkrankungen werden Tagesdosen von 100 – 800 mg täglich empfohlen.

Öl

CBD ist als Öl in verschiedenen Konzentrationen erhältlich. Die Einnahme kann auch auf leeren Magen erfolgen. Vor dem Gebrauch sollte man die Flasche gut schütteln, da sich die schwereren Substanzen auf dem Boden ablagern. Als Normalfall das Öl unter die Zunge geben und für eine Minute dort belassen. Dort wird es zum Teil über die Schleimhäute direkt in den Blutkreislauf übertragen. Das restliche Öl sollte nicht ausgespuckt, sondern heruntergeschluckt werden, damit die Aufnahme des restlichen Wirkstoffes über den Magen erfolgen kann. Der Geschmack des Öls ist leicht bitter und scharf. Wer ihn als unangenehm empfindet, sollte das Öl direkt schlucken. Die Wirkungsdauer verzögert sich dadurch lediglich um kurze Zeit. Während CBD über die Mundschleimhaut direkt wirkt, dauert es über den Magen etwa 20-30 Minuten.

Cannabinoide werden durch Licht, Luft und Wärme auf natürlichem Wege abgebaut. CBD-Öl sollte dunkel und kühl lagern und immer dicht verschlossen sein. Es hält sich in geöffnetem Zustand etwa ein Jahr. Die Lagerung im Kühlschrank ist ideal, allerdings kann sich dadurch auch die Konsistenz des Öls verändern.

Kapseln

Manche Anwender bevorzugen Cannabidiol in Form von Kapseln, da es sich auf diese Art besser portionieren lässt. Für den Hersteller hat diese Form die Möglichkeit, verschiedene Wirkstoffe gut zu kombinieren. Bei Kapseln erfolgt die Aufnahme über die Magenschleimhaut und die Wirkung tritt später auf als bei Öl. Man sollte sie auf nüchternen Magen, oder zusammen mit fetthaltigen Speisen einnehmen.

Vollspektrumprodukte

Wenn ein Produkt neben CBD keine anderen Wirkstoffe enthält, spricht man von einem Isolat. Diese kann entweder natürlich oder synthetisch hergestellt werden. Vollspektrumprodukte enthalten dagegen neben CBD idealerweise noch viele andere Canabbinoide, sowie Terpene und Flavonide. Die Terpene werden separat aus der Pflanze extrahiert und später dem CBD wieder zugefügt. Durch den Entourage-Effekt sollen die Bestandteile in der Kombination stärker wirken, als wenn sie einzeln eingenommen würden. Dies basiert auf der Annahme, dass sich die verschiedenen Substanzen untereinander in ihrer Wirkung unterstützen.

E-Liquid

Als E-Liquid für Verdampfer ist Cannabidiol in verschiedenen Aromen erhältlich. Die Aufnahme erfolgt bei dieser Variante über die Lungenbläschen. Ein Nachteil besteht darin, dass oft minderwertigere Produkten angeboten werden, die synthetisch erzeugtes CBD enthalten.

Das E-Liquid kann auf drei verschiedene Art und Weisen erzeugt werden. Da Cannabinoid fettlöslich ist, besteht die Möglichkeit der Herstellung unter Verwendung eines Trägeröls. Das eingesetzte Öl ist jedoch nicht verdampfbar. Das zweite Verfahren ist das Einlegen der Pflanze in alkoholische Lösungen. Durch Erhitzung verdampft der Alkohol und übrig bleiben CBD-Kristalle, die anschließend mit einem E-Liquid vermischt werden. Das dritte Verfahren ist die überkritische CO2-Extraktion. Wirkstoffhaltige Bestandteile der Hanfpflanze werden erhitzt, so dass sich das Cannabinoid in einer Übergangsphase zwischen einem öligen und einem gashaltigem Zustand befindet. In diesem Zustand lässt es sich leichter aus der Pflanze lösen.

Darüber hinaus ist es auch möglich, aus getrockneten Pflanzenteilen ein eigenes E-Liquid herzustellen. Oder man kann CBD-Kristalle problemlos in sein bevorzugtes E-Liquid hinzumischen, da es sich gut löst.

Kristalle dabben

Das Dabben bezeichnet die Einnahme von CBD durch Einatmen einer Dampfwolke, die durch das Schmelzen der Kristalle entsteht. Hierfür benötigt man einen Dab-Rig oder Wasserpfeife, einen Brenner und eine kleines, spatenförmiges Werkzeug namens Dabber. Die Wasserpfeife ist nicht mit dem klassischen Kopf zum Einfüllen von Kräutern ausgestatten, sondern besitzt an dieser Stelle einen Öl-Nagel. Dieser Nagel muss mit dem Brenner erhitzt werden, bis er glüht. Anschließend muss er etwa eine halbe bis eine Minute abkühlen. Nun gibt man die Kristalle auf den Nagel, so dass sie schmelzen, und inhaliert den entstehenden Dampf. Durch das Einatmen tritt die Wirkung unmittelbar auf.

Kristalle in Lebensmittel verarbeiten

Hierfür ist es erforderlich, Butter oder Kokosöl bei niedriger Temperatur zu erwärmen und daraufhin die Kristalle einige Minuten lang einzurühren, bis sie sich vollständig aufgelöst haben. Diese Mischung kann man anschließend zusammen mit weiteren Zutaten zu dem gewünschten Produkt weiterverarbeiten.

CBD-Blüten

In der Hanfpflanze ist die Konzentration von Cannabidiol in den Blüten am höchsten. CBD-Blüten dürfen in Deutschland nur zu gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken verkauft werden. Darüber hinaus muss die THC-Konzentration unter 0,2 % liegen. Es ist in Deutschland verboten, als Privatperson CBD-Blüten zu erwerben. Die Blüten sind nicht zum Rauchen oder Inhalieren gedacht, sondern dienen als Aromastoff oder für die Zubereitung von Tee. Sie können auch in Cremes zur äußerlichen Anwendung Verwendung finden.

Nebenwirkungen

In der Regel kann CBD über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da Nebenwirkungen sehr selten auftreten. Denkbare Nebenwirkungen wären Schläfrigkeit oder Benommenheit, Unwohlsein, Hautausschläge, Appetitlosigkeit, innere Unruhe und Schlafstörungen, ein trockener Mund oder eine leichte Erhöhung des Augeninnendrucks.

Bei hoher Konzentration kann es die Arbeit der P450-Enzyme beeinflussen, so dass die Wirkung von anderen Medikamenten verändert wird. Die Aufgabe dieser Enzyme besteht darin, wasserunlösliche Substanzen durch Oxidation in den Stoffwechsel zu überführen. Zu den Medikamenten, bei denen eine Wechselwirkung denkbar wäre, zählen Diclofenac, Marcumar und Warfarin, Pantoprazol und Omniprazol, Risperidon, Haloperidol und Clobazam. Auch eine Reihe weiterer Medikamente könnten theoretisch durch die Hemmung von Enzymen stärker wirken, als erwünscht. Dazu gehören beispielsweise trizyklische Antidepressiva, Antihistaminika, Betablocker und Statine. Wer ständig ein oder mehrere Medikamente einnimmt, sollte vor der Einnahme von CBD zur Sicherheit seinen Arzt konsultieren.

Während der Schwangerschaft sollte CBD nicht eingenommen werden, da es auf Proteine einwirkt, die für die Versorgung der Plazenta eine Rolle spielen.