Wann benötigen Sie Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel liegen im Trend. Immer mehr Menschen greifen zu ihnen, um sich zum Beispiel vor einem Mangel an Vitamin D zu schützen. So geben Verbraucher allein in Deutschland pro Jahr über eine halbe Milliarden Euro für die Produkte aus. Doch was sind Nahrungsergänzungsmittel überhaupt. In diesem Text geben wir ihnen darüber einen Überblick und zeigen, für wen diese Mittel sinnvoll sein können.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Wie der Name schon sagt sind Nahrungsergänzungsmittel Produkte, durch welche die normale Ernährung ergänzt werden soll. Es gibt sie in verschiedenen Formen, zum Beispiel als Pulver, als Tabletten oder Kapseln aber auch als Flüssigkeit. Die Nahrungsergänzungsmittel enthalten wie auch Lebensmittel Inhaltsstoffe, die für den menschlichen Körper sehr wichtig sind, zum Beispiel verschiedene Mineralstoffe oder Vitamine. Der Unterschied zu den herkömmlichen Lebensmitteln besteht allerdings darin, dass in den Nahrungsergänzungsmitteln diese Mineralstoffe oder Vitamine in einer konzentrierten Form und oft auch in einer deutlich höherer Dosierung vorkommen.

Nahrungsergänzungsmittel sind frei verkäuflich, das heißt Sie müssen für den Kauf dieser Produkte nicht extra zu einer Apotheke fahren, sondern können die Mittel ganz normal im Laden erwerben. Dabei ist wichtig, dass diese Mittel nicht wie Medikamente wirken dürfen, das heißt sie dürfen zum Beispiel nicht den Blutdruck oder aber den Blutzuckerspiegel senken. Hätte ein Nahrungsergänzungsmittel diese Wirkung, wäre es nicht mehr frei verkäuflich und würde als Arzneimittel gelten.

Welche Bestimmungen gelten für Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel zählen laut Gesetz nicht zu Arzneimitteln, sondern zu den Lebensmitteln. Per Definition sind Arzneimittel Stoffe, welche den menschlichen Körper und dessen Funktionen auf eine besondere Art und Weise beeinflussen. Arzneimittel werden eingesetzt, um Krankheiten oder Beschwerden zu lindern und zu bekämpfen. Nahrungsergänzungsmittel dürfen diese Wirkung nicht haben, sind lediglich dafür da, um dem Körper wichtige Nährstoffe zuzuführen.

Aus diesem Grund dürfen Hersteller nicht damit werben, dass ihre Nahrungsergänzungsmittel Krankheiten oder Schmerzen lindern, beseitigen oder vorbeugen. Deshalb werden die Produkte häufig mit Aussagen wie „unterstützt Ihren Körper und Ihre Abwehrkräfte“ beworben. Das Problem dabei ist, dass diese Aussagen nicht nachgewiesen sind und keine Information über die tatsächliche Wirkung und den tatsächlichen Nutzen des Mittels aussagen.

Insgesamt gelten für Nahrungsergänzungsmittel andere Bestimmungen in Punkto Qualität und auch Sicherheit als für Arzneimittel.

Die Verantwortung über die Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln liegt bei den Herstellern und bei den Vertreibern. Zwar müssen alle Nahrungsergänzungsmittel beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, kurz BVL, gemeldet werden, allerdings kontrollieren die Behörden nur, welche Stoffe auf den Etiketten der Mittel angegeben sind. Kontrollen gibt es keine, lediglich stichprobenartig werden ab und zu Mittel überprüft. Das bedeutet, dass Nahrungsergänzungsmittel, anders als Medikamente, keine Prozesse zur Qualitätssicherung oder gar strenge Test durchlaufen müssen, bevor sie auf den Markt gelangen. Aus diesem Grund können sich Verbraucher nicht immer sicher sein, welche Qualität das Nahrungsergänzungsmittel, welches im Regal im Supermarkt steht, hat. Besonders vorsichtig sollten Verbraucher bei Bestellungen im Internet sein. Sollte eine Mittel aus dem Ausland geliefert werden kann man davon ausgehen, dass dieses Produkt nicht dem deutschen Lebensmittelrecht entspricht. Da in vielen anderen Ländern zudem andere Regelung gelten kann es außerdem sein, dass die Inhaltsstoffe in dem Mittel zu hoch dosiert sind und in Deutschland als Arzneimittel gelten würden.

Vitamin D

Vitamin D, auch das „Sonnenvitamin“ genannt, ist für den Menschen sehr wichtig. Es wird vom Körper zum größten Teil selbst hergestellt. Wenn Sonnenlicht auf die Haut einstrahlt ist der Körper nämlich dazu in der Lage, zwischen 80 und 90 % des Bedarfs an Vitamin D selbst zu produzieren. In geringen Mengen kann Vitamin D auch über die Nahrung aufgenommen werden, allerdings gibt es nur wenige Lebensmittel, welche das Vitamin in hoher Konzentration enthalten, zum Beispiel Fisch, Leber oder auch Eier.

Im menschlichen Körper erfüllt Vitamin D viele wichtige Funktion. So trägt es zum Beispiel dazu bei, dass die Knochen stabil bleiben und ist ebenfalls am Zahnerhalt beteiligt. Wissenschaftliche Studie zeigt es zudem, dass Menschen mit einer guten Versorgung Vitamin D auch im hohem Alter vor Stürzen und Knochenfrakturen gut geschützt waren.

Obwohl Vitamin D also sehr wichtig ist, leiden viele Menschen an einem Mangel des „Sonnenvitamins“. Ein Drittel aller Menschen in Deutschland, also mehr als 25 Millionen Deutsche, haben Studien zufolge einen Mangel an Vitamin D.

Dieser Mangel kann sehr schwerwiegende Konsequenzen haben. So führt zu wenig Vitamin D im Körper zum Beispiel dazu, dass das Immunsystem nicht mehr optimal funktioniert und auch Muskulatur und Zellteilung können nicht mehr wie gewohnt gut ablaufen. Generell wird die gesamte Leistungsfähigkeit des Körpers durch einen Mangel stark beeinträchtigt.

Besonders in den dunklen Monaten im Herbst und im Winter, in welchen das Sonnenlicht meist Mangelware ist, wird der Körper nicht ausreichend mit UV-Strahlen versorgt, was dazu führt, dass nicht genügend Vitamin D produziert werden kann – der Körper leidet unter Vitamin D Mangel.

Wann ist eine Zunahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin D sinnvoll?

Ob es für sie sinnvoll ist, eine extra Portion Vitamin D in Form von Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, hängt davon ab, wie oft und wie lange Sie sich in der Sonne aufhalten. Wenn sie in den sonnenreichen Sommermonaten oft draußen waren und viele UV-Strahlen auf ihrer Haut getroffen sind, dann sollten ihre Vitamin D Depots ordentlich gefüllt sein und auch für die dunklen Wintermonate ausreichen. In diesem Fall ist es nicht notwendig, zusätzlich Vitamin D zu sich zu nehmen.

Anders sieht es aus, wenn Sie sich stets mit einer Sonnencreme mit hohem UV Schutz eingecremt haben oder sogar ganz auf Sonnenbäder verzichteten. Zwar bildet die Haut an der frischen Luft auch im Schatten oder bei bedecktem Himmel Vitamin D, allerdings nur in deutlich geringerer Menge.

In diesem Fall kann es sinnvoll sein, eine extra Portion Vitamin D zu sich zu nehmen. Allerdings gilt grundsätzlich, dass die Vitamin D Nahrungsergänzungsmittel auf keinen Fall auf Verdacht eingenommen werden sollten. Ein ein zu hoher Wert an Vitamin D kann nämlich dazu führen, dass Ihre Nieren verkalken oder dass sich sogar Nierensteine entwickeln. Daher sollten die vor der Zunahme von zusätzlichem Vitamin D einen Bluttest beim Arzt durchführen – dieser schafft Klarheit.

Risikogruppen für einen Mangel an Vitamin D – Sollten Sie zu einer der nun folgenden Risikogruppen gehören und einen vom Arzt nachgewiesenen Vitamin D Mangel haben, kann es sehr sinnvoll und auch wichtig sein, diesen Mangel durch Nahrungsergänzungsmittel auszugleichen.

Senioren

Bei Personen mit einem höheren Alter kommt es oft zu einem sehr ausgeprägtem Mangel an Vitamin D. Im hohen Alter ist der Körper nämlich nicht mehr dazu in der Lage, ausreichend Vitamin D herzustellen. Ältere Frauen sowie Bewohner von Pflegeheimen und auch kranke Menschen ab einem Alter von 80 Jahren gehören sogar zu Hochrisikogruppe. Besonders für diese Menschen ist die Zunahme von zusätzliche Vitamin D sehr wichtig.

„Stubenhocker“

Menschen, welche sehr selten oder sogar nie ihr Haus oder ihre Wohnung verlassen und daher nie Tageslicht auf ihrer Haut bekommen, gehören ebenfalls zu Risikogruppe. So können sogar Kinder oder Jugendliche welche nicht genügend Zeit draußen an der frischen Luft und in der Sonne verbringen, einen Mangel an Vitamin D entwickeln. Ob und inwiefern ein solcher Mangel bereits in einem geringeren Alter behandlungsbedürftig ist, muss ein Arzt entscheiden. In den meisten Fällen kann bereits eine Umstellung von Lebens- oder auch Ernährungsgewohnheiten ausreichen.

Babys

In Deutschland bekommen Säuglinge prophylaktisch Vitamin D. Das liegt daran, dass Babys generell nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt werden sollen und ihr Körper so überhaupt nicht die Möglichkeit erhält, Vitamin D selbst herzustellen. Zudem enthält Muttermilch nur sehr wenig Vitamin D, gleichzeitig ist das Vitamin aber sehr wichtig, um die Säuglinge zum Beispiel vor der gefürchteten Rachitis zu schützen.

Kalzium

Auch Kalzium ist für den menschlichen Körper sehr wichtig. So wird es zum Beispiel für den Aufbau von Knochen und Zähnen und auch für den Aufbau von Haaren benötigt. Es stärkt die Muskel- und Nerventätigkeit, ist für die Blutgerinnung wichtig und unterstützt den Körper bei der Abwehr von Entzündungen und Allergien.

Generell steckt Kalzium in vielen verschiedenen Lebensmitteln. Besonders in Milchprodukten ist der Mineralstoff in großen Mengen vorhanden. Aus diesem Grund können Sie darauf verzichten, ihren Körper durch Nahrungsergänzungsmittel zusätzliche Mengen an Kalzium zu zuführen, denn diese extra Menge an Kalzium macht Sie nicht gesünder. Im Gegenteil: ohne die Zufuhr von zusätzlichem Kalzium durch Ergänzungsmittel leben sie sogar besser. Das liegt daran, dass viele Präparate eine deutlich zu hohe Konzentration und Dosierung von Kalzium enthalten. Diese übermäßige Zufuhr von Kalzium kann langfristig dazu führen, dass sich Nierensteine entwickeln. Auch Gefäßverkalkung sind bei einer zu hohen Menge von Kalzium nach einer Zeit nicht mehr auszuschließen.

Risikogruppen für ein Mangel an Kalzium – Auch für einen Mangel an Kalzium gibt es Risikogruppen, die wir Ihnen nun vorstellen.

Veganer und Menschen mit Laktoseintoleranz – Menschen die vegan leben oder unter einer Laktoseintoleranz leiden, gehören zu den Risikogruppe. Sie nehmen in den meisten Fällen durch ihre Ernährung zu wenig Kalzium auf, da sie zum Beispiel auf Milchprodukte gänzlich verzichten oder verzichten müssen. Dieser Mangel kann allerdings durch eine Umstellung der Ernährung leicht bekämpft werden, eine Zunahme von Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln ist nicht notwendig.

Ältere Frauen – Auch Frauen jenseits der Wechseljahre oder Frauen, die älter als 65 Jahre sind, gehören zu einer potentiellen Risikogruppe für die Unterversorgung. Auch in diesem Fall ist es aber leicht möglich, diesen Mangel durch eine Umstellung der Ernährung auszugleichen. Eine Extrazunahme ist bei Kalzium, anders als bei Vitamin D, nicht notwendig, da, wie bereits erwähnt, viele Lebensmittel wie zum Beispiel Milch oder Milchprodukte sowie auch verschiedene Gemüsearten wie beispielsweise Broccoli und Nüsse und Sojaprodukte genügend Kalzium enthalten.

Magnesium

Nahrungsergänzungsmittel, welche Magnesium enthalten, sind bei Verbrauchern sehr beliebt. Magnesium ist am Energiestoffwechsel des menschlichen Körpers beteiligt, es unterstützt Muskel- und Nervenfunktionen und auch die Herztätigkeit Zudem ist der Mineralstoff ebenfalls am Aufbau von Zähnen und Knochen beteiligt. Fehlt das Magnesium hingegen im Körper, kann es zu Muskelkrämpfen und auch zu starken Ermüdungszuständen kommen.

Allerdings kann auch bei einem Magnesiummangel ganz einfach auf Nahrungsergänzungsmittel verzichtet werden, da viele Nahrungsmittel wie Gemüse oder Vollkornprodukte den Mineralstoff in ausreichenden Mengen enthalten.

Oft leiden Menschen in einem hohen Alter an einem Mangel von Magnesium. Auch Menschen, die viel Flüssigkeit verlieren, zum Beispiel weil sie Entwässerungs- oder Abführmittel zu sich genommen haben, sowie Menschen die unter einer Alkoholsucht oder unter Magen-Darmerkrankungen leiden haben häufig einen Magnesiummangel. Lediglich bei diesen eben genannten Fällen kann es sinnvoll sein, den Körper mit Nahrungsergänzungsmitteln zu unterstützen und ihm das notwendige Magnesium extra zuzuführen. Dabei sollte aber stets darauf geachtet werden, dass Nahrungsergänzungsmittel, die Magnesium enthalten, oft sehr stark oder auch zu stark dosiert sind. Dies kann schnell zu Durchfall oder auch zu einem Blutdruckabfall führen. Aus diesem Grund sollte auch bei der Zunahme von magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmittel zuerst der Arzt konsultiert werden. Eine Überdosierung von Magnesium durch Lebensmittel kann nicht vorkommen.

Omega-3-Fettsäuren

Viele Menschen sagen Omega-3-Fettsäuren sehr viele heilsame Eigenschaften nach. So sollen sie zum Beispiel Herzinfarkte oder auch Schlaganfälle vorbeugen, vor Demenz und Krebs schützen oder aber bei Kindern die Konzentrationsfähigkeit fördern und verbessern. Aus wissenschaftlicher Sicht sind all diese Erwartungen deutlich überzogen. Belegt ist hingegen, dass Nahrungsergänzungsmittel, die Omega-3-Fettsäuren enthalten, den Blutdruck regulieren und zudem zu einer normalen Funktion des Gehirns beitragen können. Auch Sehkraft und Herzfunktion kann durch die Zunahme von Omega-3-Fettsäuren unterstützt werden. Bestimmte Fettsäuren aus der Omega-3 Familie, nämlich alpha Linolsäure oder Docosahexaensäure sind für die gesunde Entwicklung von Säuglingen und Kindern wichtig.

Bei Nahrungsergänzungsmittel mit diesen Fettsäuren besteht allerdings oft das Problem, dass sie nicht staatlich geprüft sind und sich aufgrund von vielen verschiedenen Inhaltsstoffen nicht vergleichen lassen. Es sollte aber stets darauf geachtet werden, dass zu viele Omega-3-Fettsäuren für den Körper nicht gut sind und viele verschiedene Nebenwirkungen auftreten können. Diese reichen von Erbrechen und Übelkeit über eine gesteigerte Anfälligkeit von Infektionen bis hin zu einem erhöhten Blutungsrisiko. Sollte Ihnen ein Arzt zusätzliche Omega-3-Fettsäuren verschreiben, handelt es sich vermutlich um ein Arzneimittel, nicht aber um ein Nahrungsergänzungsmittel.

Zink

Nahrungsergänzungsmittel, welche Zink enthalten, werden oft damit beworben, dass durch sie Erkältungen der Vergangenheit angehören. Dieses Versprechens ist allerdings nicht erwiesen. Unumstritten ist jedoch, dass unser Körper stark auf Zink angewiesen ist. Generell ist das Spurenelement an allen Lebensvorgänge beteiligt. Besonders für unser Immunsystem spielt Zink eine große Rolle, sowohl bei der zellulären als auch bei der humoralen Immunabwehr kommt es zum Einsatz.

Die gute Nachricht dabei: Zink steckt in vielen Lebensmitteln und wir benötigen nur geringe Mengen des Spurenelementes. Aus diesem Grund ist ein Mangel an Zink im menschlichen Körper meist eher selten.

Die Gefahr, die empfohlene Tageshöchstwerte zu überschreiten, ist hingegen deutlich höher. Eine solche Überdosis kann sehr gefährlich sein. Zink ist ein Schwermetall, bei einer Überdosierung kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen und die weißen und roten Blutkörperchen können sich verändern.

Zink befindet sich vor allem in tierischen Produkten, also ein Fleisch, Fisch, Eiern und Käse. Sollten Sie sich vegan oder vegetarisch ernähren und aus diesem Grund auf diese tierischen Produkte verzichten, kann es sinnvoll sein, zu Nahrungsergänzungsmitteln mit Zink zu greifen. Auch wenn sie unter starken Stress leiden oder eine chronische Erkrankung des Magen–Darm-Trakts haben ist es möglich, dass Sie Ihrem Körper zu wenig Zink zuführen. Nur in diesen fällen ist es ratsam, Zink in Form von Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Achten Sie hierbei aber auf jeden Fall darauf, die empfohlene Höchstmenge von 6,5 mg Zink pro Tag nichts zu überschreiten.